S T A U S T R E S S

Immer wieder und immer öfter passiert es! Man hat einen wichtigen Termin, berechnet die Wegzeit, die bequem ausreichen müsste, und dann so ein Stau. Die Gedankenspirale kommt in Gang: Wohin kann ich ausweichen? Schaffe ich es noch? Was sind die Konsequenzen? Warum ausgerechnet ich? Ich hätte doch früher losfahren sollen! Eine andere Strecke wäre sicher viel schneller gewesen!

Stress wird ausgelöst, innere Hektik verbreitet sich, wir kommen ins Schwitzen, fluchen, drängeln, springen von Spur zu Spur. Für den Preis von vielleicht 2 bis 3 gewonnenen Autolängen vergeuden wir ausgesprochen viel Gedankenenergie und erreichen unser Ziel letztlich nervlich angespannt. Der größte Stressfaktor ist dabei nicht auf der Straße, sondern in uns selbst durch unser Problemdenken. Dabei ist unsere Kraft eigentlich zu kostbar, um sie in einen so alltäglichen Stau zu verschwenden.

Investieren wir sie lieber für uns und unser Wohlbefinden, um ausgeruht und gut vorbereitet anzukommen.

Hierzu einige weg-vom-Staustress-Tips!

1. Atmen Sie den aufkommenden Staustress einfach ab!

Lehnen Sie sich in Ihrem Sitz bequem zurück und verfolgen Sie Ihren Atem, ohne ihn irgendwie beeinflussen zu wollen. Wenn Sie Ihren Atemrhythmus kennen, begleiten Sie Ihre Einatmung mit dem kleinen Wörtchen ?ein?, das Sie still zu sich selbst sagen, und die Ausatmung mit ?aus?. Nachdem Sie so einige Atemzüge begleitet haben, sprechen Sie Ihr ?aus? bewusst langsam und lang aus, soweit es Ihnen angenehm ist. Klappt auch das gut, entwickeln Sie bitte mit jeder Ausatmung die Vorstellung, Stück für Stück den Staustress, aber auch die Spannungen und Sorgen des Tages herauszulassen. Dabei können Sie ruhig geräuschvoll ausatmen. Verfolgen Sie die Erleichterung, die sich in Ihnen ausbreitet

Wir können unseren gesamten Organismus einschließlich unserer Gefühle und Gedanken über die Verlängerung der Ausatmung beruhigen und so Stress loswerden (80% können weggeatmet werden!).

2.  Befreien Sie sich von Muskelverspannungen!

Typisch für unsere hektische Arbeitswelt sind Nacken- und Rückenverspannungen mit der Folge entsprechender Kopfschmerzzustände. Lassen Sie sich vom Staustress voll vereinnahmen, dann verstärken Sie diese Spannungszustände über Ihre verkrampfte Haltung und den inneren Ärger.

Weit effektiver ist es, Sie nutzen das unerwartete Zeitangebot für gezielte Muskelentspannungen, die Ihnen über verstärkte Durchblutung mehr Energie für Ihren Körper und Ihr Denken bringen. Besonders wirksam sind verstärkte kurze Anspannungen verkrampfter Partien mit anschließendem plötzlichem Lockerlassen (Muskelrelaxation).

Dehnen Sie zuerst Arme und Füße, soweit Sie Platz finden. Ohne die Augen von der Straße zu wenden, drehen Sie nun den Oberkörper weit nach links, entspannen, dann nach rechts. Wölben Sie nun Ihre Brust vor, Spannung spüren, lockerlassen, dann den unteren Rücken gegen die Rückenlehne drücken und wieder entspannen.Ziehen Sie jetzt Ihre Schultern nach oben in Richtung Ohren, Spannung halten und anschließend tief fallen lassen. Das rechte Ohr nun zur rechten Schulter neigen, dann vorsichtig wieder zur Mitte bringen und desgleichen nach links, dann das Kinn zur Brust ziehen. Runzeln Sie zum Abschluss die Stirn und pressen Sie die Lippen aufeinander. Entlastung wahrnehmen!

3.  Stärken Sie sich selbst!

Negativ gefärbte Gedankenwelten und daraus resultierende Verstimmungen sind starke innere Stressauslöser, die die realen Wirkungen bei weitem übersteigen können. Je intensiver Sie sich also mit möglichen, oft aber nicht tatsächlich eintreffenden Negativfolgen Ihres Stop-and-Go auseinandersetzen, um so demoralisierter werden Sie sich fühlen. Versuchen Sie es statt dessen mit einem Kontrastprogramm zur Selbststärkung, damit sie mutig und erfolgsorientiert aussteigen.

Registrieren Sie Ihre Erfolge! Konzentrieren Sie sich auf das Gelungene dieses Tages oder der nahen Vergangenheit, empfinden Sie Dankbarkeit für das Geschaffte und für das, was Sie bei anderen Positives in Gang bringen konnten.

Trainieren Sie mental! Durchdenken Sie kommende Aufgaben genau und mit gesunder Erfolgserwartung!

Eine zukünftige Aufgabe können Sie sich detailliert vorstellen und einen für Sie günstigen Verlauf üben und so vorausnehmen. Sie werden diese Aufgaben dann sicherer und zielgenauer erledigen können.

Sprechen Sie Aufbauformeln! Suchen Sie nach einem Sie persönlich aufmunternden Satz

?Ich freue mich über die Zeit für mich ganz allein?
?Ich bin gelassen und stark zugleich!?
?Ich schaffe, was ich will!?

Sprechen Sie ihn immer wieder zu sich selbst. Sie werden seine Wirkung spüren.

4. Bringen Sie sich in eine positive Stimmung!

Um uns und unsere Empfindungen wahrnehmen zu können, brauchen wir Zeiten der Stille und Besinnung. In unserer reizüberfluteten Medienzeit sind diese Momente, in denen wir mit uns selbst ins Reine kommen können, rar geworden. Statt uns über die Fahrweise anderer zu ärgern, können wir in unserer ?Isolierkammer? Auto unsere Gefühle recht gut ergründen und ordnen, aber auch bewusst verändern.

Wenn Ihnen danach ist, einmal etwas rauszuschreien, dann tun sie es jetzt. Führen Sie ruhig laut Selbstgespräche, singen Sie, wenn Ihnen danach ist, entlassen Sie Ihre Traurigkeit oder freuen Sie sich an Ihrer Verliebtheit.

Gefühle lassen sich wirksam über innere Bilder verändern.

Erinnern Sie sich an ein schönes Urlaubsbild, ein angenehmes Bad, eine nette Begegnung o.ä.. Entwerfen Sie das Bild möglichst genau.

Sie werden sich befreiter und froher gestimmt fühlen, wenn sie aussteigen, und das trotz Stau!

5. Verwandeln Sie Ihr Auto in eine Lern- oder Wunschfabrik!

Sicher verfügen Sie in Ihrem Auto über ein Abspielgerät. Gestalten Sie selbst Ihr Programm und machen Sie sich einmal unabhängig von den neuesten Staumeldungen und Reklamen.

Beschaffen Sie sich Lerncassetten (CDs) über interessante Themen (Sprache, Hörspiele u.ä.) und nutzen Sie die Zeit zur Vervollkommnung spezifischer Fähigkeiten.
Zur Beruhigung stellen Sie sich Lieblingsmusikstücke mit Entspannungscharakter zusammen.

Wir kommen selten in dieser zeitlich eng verplanten Welt dazu, über eigene Wünsche und Bedürfnisse nachzudenken bzw. diese zu realisieren.

Träumen Sie ein wenig, ergründen Sie Ihre Wunschvorstellungen. Greifen Sie eine realisierbare Möglichkeit heraus und setzen Sie sie in naher Zukunft um.

Sie werden zufriedener und beschwingter aus dieser sonst ?toten? Stauzeit herauskommen.

6. Reisen Sie durch Ihren Körper!

Wenn Sie nun ein paar der Weg-vom-Autostress-Tips umgesetzt haben, gehen Sie zum Abschluss gedanklich von Kopf bis Fuß mit Ihrer ganzen Aufmerksamkeit durch Ihren Körper hindurch, um noch mögliche Restverspannungen zu lockern.

Wandern Sie langsam über Ihre Stirn, Wangen, Unterkiefer, Hals in Ihre Arme und Schultern hinein und dann weiter abwärts. Nehmen Sie das Weiche und Warme in Ihren Muskeln wahr. Entspannen sie ggf. noch verspannte Partien nach. Atmen Sie ruhig und regelmäßig und geben Sie mit jeder Ausatmung noch ein wenig in Ihrer Muskulatur nach.

Sobald Sie etwas Sinnvolles und Selbstbestimmtes in Angriff nehmen, werden Sie das Ausgeliefertsein und damit die totale Fremdbestimmung durch das Staugeschehen weniger erleben. Trotzdem wünschen wir Ihnen keine Staus, aber wenn es einmal wieder soweit ist, wenigstens positive und produktive Stauerlebnisse.